Wasseraufbereitung > Philosophie


Wasser   – 7 –
 
Meint wer, Wasser brauche uns Menschen?
Wasser reicht sich selbst.
Es will weder Publikum noch Applaus,
sehnt sich nicht nach unsterblicher Seele.
Länger als wir bleibt es sowieso irgendwo.
                
Wasser hält aus, ob strahlend, ob stinkend,
verdampft, gefroren, gelb, rot, kariert;
ist kein Leben mehr an, auf, hinter, in,
neben, über, unter, vor und zwischen ihm,
macht es sich vielleicht neues.
 
Nötig ist Wasser für Dich und mich -
nicht bis zum Hals, nicht
über den Köpfen zusammengeschlagen, sondern so,
wie es war: giftfrei und klar, unverstrahlt,
voller Schätze und Pflanzen und Tiere.
 
Wenn wir erst auftauchen aus dem Meer –
geteert und gefedert, vielleicht gar geschuppt
durch die Reste der Kleider verendeter Tiere,
wenn uns ein Bach die Atemluft verschlägt,
der Regen uns die Häute ätzt,
 
wenn wir wegen der Explosionsgefahr
an Flüssen keine Feuer zünden dürfen,
wenn wir auf Eisensohlen über Seen laufen,
nur fürchtend Brandblasen an Füßen…
ist es zu spät – aber nicht für das Wasser.
 
Karlhans Frank